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Woher wollt ihr wissen?
Steht da und höhnet den Schmerzen derer die jenen empfinden
Steht da und höhnet dem Leiden in meinem Herzen mit Floskeln die ihr sprecht
Steht da und höhnet der Verzweiflung in meiner Seele mit eurem scheinheiligen Getue
Woher wollt ihr wissen, das frag ich euch
Woher wollt ihr wissen, wie tief diese Trauer in unsere Seelen sich eingraben kann?
Woher wollt ihr wissen, wie scharf dieser Schmerz in unseren Herzen brennen kann?
Woher wollt ihr wissen, wie dunkel dieses Tal ist, durch das wir wandern, immer und immer wieder?
Und woher wollt ihr wissen, wie leicht all das Leid einem an jeder Ecke auflauern kann...
in jedem Kinderlachen, in jeder Frau, die stolz ihre Frucht im Bauche trägt, in jedem Datum, das auf ein weiteres Jahr hinweist, das hoffnungslos verstrichen ist, in jedem noch so unbedacht dahingesagten Satz, in jeder Selbstverständlichkeit, die wir schon lang verloren...
Woher wollt ihr wissen, wenn ihr noch nie selbst darunter gelitten habt?
Woher wollt ihr wissen, das frag ich euch und was gibt euch das Recht, über uns zu urteilen.
Woher soll ICH das wissen? - Ich weiß es nicht. Ich weiß es nicht
Gerechtigkeit
Was ist schon gerecht?
Es ist nicht gerecht, dass ich euch anklage. Erwarte, dass ihr meinen Schmerz versteht.
Doch ist das Leben zu mir gerecht?
Die Basis
Die Zeiten ändern sich, aber der Kinderwunsch bleibt.
Er verändert sich freilich, aber die BASIS des Kinderwunsches bleibt doch immer gleich, wie ein fels in der Brandung
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Akzeptanz
Was ist wohl der Dolch im Kinderwunsch? Was ist der Kern des Schmerzes?
Ein Kind zu wünschen ist an sich wunderbar.
Was macht den unerfüllten Kinderwunsch nur so grausam?
Es ist das Lernen der Akzeptanz.
Etwas, was wir alle verlernt haben
Die Akzeptanz HINZUNEHMEN.
Und egal, wer wir sind und was wir tun - wir werden hinnehmen im Kinderwunsch.
Je mehr wir uns dagegen wehren, desto mehr werden wir hinnehmen müssen und desto grausamer wird der Kinderwunsch sein.
Alles andere ist gleich.
Es zählt nur die Akzeptanz.
Unstet
Es gibt kein Schema für den Kinderwunsch und keine Regeln.
Er kommt und geht wie er will und er tut und lässt was er will
Er ist nicht bekämpfbar, egal mit was.
Er ist nicht versöhnlich und auch nicht streitsüchtig.
Er IST einfach.
Im Lichtblick
Im Lichtblick eines kleinen kristallenen Momentes konnte ich Dich für einen Augenblick bei mir spüren, ganz nah, ganz wahr
Es war die süße Berührung deiner Seele in meiner Seele die meine Liebe zu Dir nur noch stärker machte
Deine kleine Hand berührte meine für einen Moment doch viel zu kurz und winkte mir dann leise zu
Ich roch schon fast deinen Duft nach Milch und Honig oder war es nur der Wind meiner Sehnsüchte?
Ich sah dich schon an meiner Brust und spürte das Herz mir überquellen vor Muttersein und Liebe zu diesem kleinen Geschöpf
Auch wenn Du nicht geblieben bist so glaub ich dass Du da warst für einen winzigen Moment des Wunderns
Und glaube daran, dass Du irgendwann zurückkommen wirst und
BLEIBEN
Seifenblase
Hoffnung in meinem Herzen meinen Augen meinem Lächeln
Schmerz in meiner Seele meiner Brust meinen Tränen
Diese Hoffnung Hoffnung Hoffnung auf Dich
Wie eine Seifenblase schwebt sie schwebt sie, sie schwebt so sanft und leise
Ich kann sie sehen ihre Farben ihr Leuchten ihr Schimmern
Ich will sie berühren ich will sie ganz nah bei mir haben ihre Strahlen ihre Farben
Strecke meine Finger nach ihr aus so sanft so vorsichtig so zärtlich
Habe sie fast berührt diese Seifenblase so voll Hoffnung so voll Licht
Doch dann zieh ich meine Hand zurück weil ich befürchte dass diese Seifenblase unter meiner Berührung... zerbricht
Erinnerung ans Glück
Versteckt und fast vergessen Stehst Du dort, verloren in Dir selbst Was birgst Du für ein Geheimnis So bittersüß verwebt in Dir?
Eine Kiste bist Du Nicht mehr und nicht minder Aus Karton und mit Farbe bedruckt Mit Kanten und Ecken, wie es so ist
Doch bist Du für mich soviel mehr Als nur eine Kiste Denn in Dir birgt sich Was ich längst vergaß
Den Deckel berühr ich Fast zärtlich Mit meinen Fingerspitzem Und sehe die Spuren im Staub die ich hinterlass
Kulleraugen Schauen mir bis in die Seele Teddybären lächeln mich von Deinem Deckel an
Was einst einmal voll Hoffnung Und fruchtbarer Freude geprägt Scheint heute voll Trauer Und längst vergessenen Gefühlen erfüllt
Langsam heb ich den Deckel Und zwing meinen Blick Zu schauen, was Du verbirgst In Deinem Bauche
Den samtenen Stoff Lass ich gleiten durch meine Finger Er fühlt sich warm an’ Dabei ist mir so kalt
Soviel Liebe und Sehnsucht Scheint in ihm zu wohnen Ich seh die kleinen Füßchen Die er einmal hatte wärmen sollen
Lang vergangenen sind diese Zeiten In denen Du, liebe Kiste, meine Hoffnung beherbergt hast nun bist du Du nur noch ein Schatten meiner verwelkten Träume…
Nicht mehr und nicht minder Als eine verblasste Erinnerung An das Glück Das ich einmal in mir wachsen fühlen durfte
Viel zu kurz wars gewesen So kurz, dass ich heut nicht mehr weiß Ob´s denn wirklich wahr gewesen Oder nur Produkt meiner sehnsüchtgen Träume
Kanns denn sein Dass Dein Inhalt nach Baby riecht Oder ist auch das nur ein Gedanke Den meine Fantasie mir so schmerzlich beschert?
Ich seh die Sachen Um mich verstreut Sie scheinen so voller Liebe zu sein Einer Liebe die alt und grau geworden
Dass das mit Liebe passieren konnt Hab ich nicht gewusst Und doch scheints so zu sein Und ich kanns nicht ändern
Mit liebervoller Hand füll ich Dich wieder Erneut mit den Spuren der vergangenen Sehnsucht Du sollst sie für mich bewahren Bis der Tag kommt, an dem ein urteil über sie fallen kann
Noch ist es nicht soweit Drum verschließ sie in Dir, liebe Kiste, als Erinnerung an vergangnes Glück und vielleicht auch als Hoffnung auf neues – irgendwann.
So schließe ich den Deckel wieder Mit einem letzten zarten Blick auf all die Dinge Die einmal für es bestimmt gewesen und nun in Dir ruhen, meine liebe kleine Kiste.
Doch wie zum Abschiedsgruße Geb ich Dir noch eine Träne mit in Deinen Bauch Die liebevoll aufgenommen werden wird Vom samtenen Stoff aus vergangnem Glück
Ach, dumme, kleine Kiste.
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