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Mein Mann und ich wünschen uns seit fast 10 Jahren ein Kind.

In dieser Zeit war ich 2mal schwanger und eine Insemination brachte zwar die Befruchtung, die Schwangerschaft konnte sich aber nicht weiter entwickeln. Meine erste Schwangerschaft entstand ohne medizinische Hilfe nach fast 3 Jahren Kinderwunsch. Ich verlor das Baby bevor die Schwangerschaft beim Frauenarzt festgestellt wurde in der 7. Woche.

Fünf Jahre später wurde ich wieder schwanger, ebenfalls ohne medizinische Hilfe. Ich verlor mein Kind im sechsten Monat aufgrund einer bakteriellen Infektion und eines vorzeitigen Blasensprungs. Es kam zur Frühgeburt, unser Baby starb nach wenigen Stunden.

Weitere zwei Jahre später entstand eine Schwangerschaft durch IUI, die sich aber noch nicht einmal weit genug entwickelte, um definitiv festgestellt werden zu können (Urintest).

Mein Mann hat ein leichtes OAT Syndrom und ich das sogenannte PCO-Syndrom, was sich nach meiner zweiten Schwangerschaft jedoch deutlich gebessert hat.

In unserer Kinderwunschphase erlebten wir viele Höhen und Tiefen. Die ersten Monate und Jahre gab auch ich mich dem Glauben hin, dass eine Schwangerschaft und Kinderkriegen einfach “machbar” sein müssten. Schließlich hatte ich durch die Pille genau das auch willentlich verhindert, der logische Rückschluss war also jener, dass ich es auch willentlich herbeiführen können müsste.

Ich realisierte bald schmerzhaft genug, dass das ein ziemlicher Trugschluss war. Die Schwangerschaft wollte und wollte sich nicht einstellen. Die ungewollte Kinderlosigkeit stellte uns vor viele Herausforderungen. Welche Kinderwunschfrau kennt sie nicht, die Spießrutenläufe durch Möbelhäuser, Supermärkte oder Abende voller Windel-Werbung, schwangerwerdende Freunde und Bekannte, Kindstaufen und Familienfeiern voller lachender Kinder und scheinbar sooo glücklicher Familien?

Nachdem unser Baby gestorben war, verschärfte sich dieses Gefühl natürlich noch mehr. Denn jetzt war ich ja Mama - aber mit leeren Armen.

Ich erkannte schon früh, dass mein Kinderwunsch und die sich nicht einstellen wollende Empfängnis nicht wirklich an dem leichten OAT meines Mannes und an meinem PCO-Syndrom liegen mochten. Ich empfand beide Diagnosen eher als... naja, sagen wir mal “Symptome” aber nicht Ursache. Zumal das “PCO” für mich ohnehin kein wirkliches Problem darstelle - ich wusste, ich habe Eisprünge, eben nur seltener. Und letztlich hatten alle Frauen meiner Familie dasselbe Problem, seit Urzeiten. Und ICH war ja schließlich somit das beste Beispiel, dass dies der Fruchtbarkeit nicht abträglich war.

Also begannen wir uns auf die Reise zu machen - die Reise unseres Kinderwunsches und zu erforschen, welche Gründe die ausbleibende Empfängnis wohl haben mochte ... Gründe, nach denen in keiner Kinderwunschpraxis der Welt gesucht wird, sondern die viel tiefer liegen. Diesen Weg lernte ich kennen, als ich im Jahr 2002 über die Seite von Birgit Zart stolperte (www.kinderwunschhilfe.de)

Wir besuchten Biggis Seminare und lernten mit unserem Unterbewussten zu arbeiten. Ein Jahr später wurde ich mit meinem ersten Kind schwanger, das ich wieder zu den Sternen ziehen lassen musste, aber: immerhin hatte es geklappt!

Auch wenn sich die Empfängnis lange nicht wieder einstellen wollte, so war der Weg doch unglaublich fruchtbar. Wir entwickelten uns daran, wir schienen daran zu wachsen. Es war nicht leicht, aber es war auch nicht sinnlos. Ganz im Gegenteil. Ich habe den Kinderwunsch nie als eine Strafe oder als etwas “Schlimmes” angesehen, viel mehr als Chance. Als Chance genauer hinzuschauen, was da im Verborgenen liegt - nicht nur, um empfangen zu können, sondern um mich selbst besser kennen- und lieben zu lernen.

Als ich mein Baby verlor, war ich froh um all die Erkenntnisse der letzten Jahre und dem Wissen darum, dass eben auch in unserer heutigen Gesellschaft nicht alles “machbar” und kontrollierbar ist und das Schicksal seine eigene Geschichten schreibt und oftmals viel klüger ist als wir. Hätte ich nicht so einen langen aber auch einen so unendlichen lehrreichen und auf andere Weise fruchtbaren Kinderwunschweg hinter mir gehabt, hätte mich der Verlust meines Kindes absolut vernichtet. Doch so konnte ich nach einer Weile akzeptieren, was uns geschehen war - weil ich schon lange erkannt hatte, dass wir nicht alles bestimmen, verstehen und kontrollieren können.

Und das vielleicht manchmal auch gut so ist.

Der Kinderwunsch ist ein Weg, der nicht immer zum ersehnten Wunschkind führt. Und es ist auch wichtig sich zu fragen, welche Wünsche das “Wunschkind” hinter sich verbirgt - denn der Wunsch nach einem Kind ist meines Wissens nach nie “isoliert”, er beherbergt noch so viele andere Wünsche, die wir uns vielleicht nicht auszuformulieren trauen: Der Wunsch, es besser zu machen als unsere eigenen Eltern etwa. Der Wunsch, einen Ausstieg aus dem Arbeitsleben zu wagen. Der Wunsch nach Häuslichkeit. Nach Selbstverwirklichung durch das Kind ... und unzählige andere.

Sie sind normal, sie sind legitim. Aber es ist auch wichtig zu wissen, dass ein Kind unser Leben zwar auf eine Weise bereichert, die wir uns vorher nicht einmal ansatzweise vorstellen können... auf der anderen Seite aber auch viele unserer Bedürfnisse und Wünsche erst einmal für lange Zeit aufs Wartegleis stellt.

Dem sind wir uns natürlich “eigentlich” von Anfang an bewusst... aber es lohnt sich genauer hinzusehen und zu schauen, welche Wünsche wir auch OHNE Kind verwirklichen können? Wer sagt beispielsweise, dass wir so lange wir das möchten nicht auch ohne Kind einfach “Hausfrau” sein dürfen, uns selbst verwirklichen, dieses oder jenes tun oder lassen...

Es ist wichtig, dass unser Leben auch ohne Kind qualitativ, glücklich und zufrieden sein kann.

 

Der Kinderwunschweg hat eine besondere Eigenschaft - wenn wir ihn richtig nutzen: Er wird zu unserem Ziel. Nicht die Erfüllung des Wunsches sollte das Ziel sein. Nein, der Weg selbst ist es.

Und so können wir am Ende vielleicht sagen: Es war ein fruchtbarer Weg. Auf jedwede Weise.

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