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Die Schulmedizin legt eine Reihe verschiedener Ursachen für ungewollte Kinderlosigkeit bzw. Infertilität (Unfruchtbarkeit) fest.
Einige der gestellten Diagnosen sind durchaus kritisch zu betrachten, hierzu finden sich untenstehend weitere Informationen.
Verklebte / Verwachsene Eileiter
Bei manchen Frauen wird ein verschlossener Eileiter diagnostiziert. Die Eizelle kann daher nicht oder nur schwerlich durch den Eileiter wandern und somit nicht befruchtet werden und sich nicht einnisten.
Verklebungen oder Verwachsungen an den Eileitern haben die verschiedensten Ursachen. Manche Frauen werden bereits mit einem verschlossenen / verwachsenen Eileiter geboren. Ebenso kann es nach operativen Eingriffen an den Eileitern zu Verwachsungen und damit zum Verschluss des Eileiters führen. Eine weitere Ursache für verklebte und verwachsene Eileiter sind Entzündungen der Eileiter, die u.a. durch eine Eileiterschwangerschaft oä entstehen können. Festgestellt werden verschlossene Eileiter meist durch eine Eileiter-Durchlässigkeits-Untersuchung, in der ein Kontrastmittel durch die Eileiter gespritzt und ihre Durchlässigkeit per Ultraschall überprüft wird.
Therapie:
In seltenen Fällen besteht die Möglichkeit, den Eileiter operativ wieder zu öffnen, wenn er nicht zu stark geschädigt ist. Diese Therapie birgt natürlich wie jede Operation gewisse Risiken und meist können die operierenden Ärzte auch erst bei der OP mit Gewissheit feststellen, ob sie die Durchlässigkeit des Eileiters wieder herstellen können. Außerdem ist das Risiko einer Eileiterschwangerschaft nach genanntem Eingriff erhöht. Sollte eine OP nicht möglich sein, bleibt nur die Möglichkeit einer künstlichen Befruchtung per IVF oder ICSI (siehe “Therapien”)
Zu beachten:
Jede Frau besitzt natürlich ZWEI Eileitern - das bedeutet, wenn einer von beiden verschlossen ist, schließt das eine Schwangerschaft bei weitem nicht aus. Man geht davon aus, dass abwechselnd eine Eizelle am rechten und eine am linken “springt” - somit ist die Chance auf eine Schwangerschaft trotz eines verschlossenen Eileiters gegeben. Ebenso gibt es durchaus Fälle, in denen Frauen trotz der Diagnose eines verschlossenen oder sogar zweier verschlossener Eileiter schwanger wurden. Dies ist natürlich nicht allzu wahrscheinlich, aber nicht vollkommen unmöglich, da sich ein verklebter Eileiter auch wieder öffnen kann bzw. eine Eizelle sich ihren Weg hindurch zu bahnen vermag.
Endometriose
Die Endometriose ist eine Krankheit, die etwa jede zehnte Frau betrifft. Bei einer Endometriose befindet sich Gebärmutterschleimhaut an Organen außerhalb der Gebärmutter, beispielsweise an den Eileitern, den Eierstöcken aber auch der Harnblase, dem Darm und dem gesamten Bauchraum. Wie die Gebärmutterschleimhaut dorthin gelangt, ist noch nicht völlig geklärt,aber der Weg über die Eileitern gilt als der wahrscheinlichste. Die Gebärmutterschleimhaut unterliegt auch außerhalb der Gebärmutter ihrem typischen Auf- und Abbauverhalten. Daher entstehen am Eierstock meist sogenannte “Schokoladenzysten” (Schokolade, weil das Blut meist bräunlich ist, wenn man solche Zysten öffnet). Sind die Endometrioseherde im Bauchraum, vernarben und verkleben sie dort oft die umliegende Umgebung, was auch die Eileiter betreffen kann (dies kommt aber nicht allzu häufig vor). Die Symptome der Endometriose sind meist starke Schmerzen während der Menstruationsblutung, auch im gesamten Unterbauch sowie Schmerzen beim Geschlechtsverkehr.
Die Ursachen der Endometriose sind größtenteils noch ungeklärt. Man weiß ebenfalls nicht genau, wieso sich die Endometriose so stark auf die Fruchtbarkeit der betroffenen Frauen auswirkt, deren Eileitern durchgängig sind. Man vermutet, dass es mit der eingeschränkten Beweglichkeit der Eileiter oder der Gebärmutter zu tun haben könnte.
Sicher festgestellt wird die Endometriose nur durch eine Bauchspiegelung.
Therapie:
Da die Endometriose bei jeder Frau verschiedene Ausprägungen hat, ist es schwer, eine generelle Therapie zu nennen. Meist werden hormonelle Therapien empfohlen, die helfen sollen, die Endometrioseherde einzudämmen. Dies kann allerdings nur gegen starke Schmerzen helfen, steigert aber meist nicht die Fruchtbarkeit. Auch operative Eingriffe, in denen die Endometrioseherde entfernt werden, zeigen in Hinblick auf die Fruchtbarkeit keine großen Erfolge. Auch IVF und ICSI sind nicht die gängige Therapie, da durch diese Behandlungen die Endometriose noch intensiviert werden könnte.
Zu beachten:
Bis heute ist noch nicht geklärt, wie genau sich die Endometriose auf die Fruchtbarkeit auswirkt, von daher gibt es bei kaum einer klassischen Therapieform durchschlagende Erfolge, jedoch oft viele Risiken. Es ist wichtig zu betrachten, welches Therapieziel im Vordergrund steht - eine Eindämmung der Endometriose und somit der oft unerträglichen Schmerzen der Frauen oder aber das “Erreichen” einer Schwangerschaft.
Verwachsungen, Myome, Zysten
Meist wirken sich Myome und Zysten nicht oder nur wenig auf die Fruchtbarkeit aus. Wiederholte Zysten an den Eierstöcken entstehen meist durch hormonelle Störungen oder Endometriose.
Myome sind gutartige Geschwülste und verringern die Fruchtbarkeit nur, wenn sie an “ungünstigen” Stellen in der Gebärmutter liegen.
Verwachsungen an der Gebärmutter können ebenfalls zu einer eingeschränkten Fertilität führen.
Therapie:
Zysten und Myome können durch spezielle Hormongaben verkleinert werden. Ist diese Therapie nicht wirksam, werden die Myome oder Zysten in einer meist endoskopischen (durch die Bauchdecke) OP entfernt. Bei Verwachsungen ist eine OP nur begrenzt möglich, je nachdem, wo die Verwachsung liegt.
Zu beachten:
Es gibt viele Frauen, die trotz dem Vorhandensein von Myomen, Zysten und Verwachsungen problemlos schwanger werden. Als alleinige Ursache für ausbleibende Schwangerschaften können Myome, Zysten oder Verwachsungen also nur selten gesehen werden. Daher ist auch die hormonelle als auch die operative Therapie aufgrund der Kinderlosigkeit nur begrenzt zu empfehlen, da die Aussicht auf Erfolg meist nur gering ist (bezüglich einer danach eintretenden Schwangerschaft). Myome und vor allem viele und größere Zysten liegen meist einer hormonellen Störung zugrunde, deren Behandlungsformen man untenstehend findet.
Verwachsungen und Zysten finden sich übrigens bei fast jeder Frau, sind meist aber so harmlos, dass sie überhaupt keine Auswirkungen haben.
PCO-Syndrom
Das PCO-Syndrom ist eine hormonelle Störung, bei der die betroffenen Frauen eine zu hohe Anzahl männerlicher Hormone produzieren. Dies führt dazu, dass die Eibläschen am Eierstock nicht richtig ausreifen und als eigene kleine Hormonherde vor sich hin verkümmern. Diese kleinen Eibläschen bezeichnet man auch gerne als kleine “Zysten”, auch wenn es keine echten Zysten sind. Männliche Hormone, sogenannte “Androgene”, sind bei jeder Frau fester Bestandteil der für den Zyklus notwendigen Hormonproduktion, bei PCO-Frauen jedoch werden davon zu viele produziert, was dazu führt, dass auch das eisprungauslösende Hormon “LH” immer erhöht ist. Da ein kompliziertes Wechselspiel aus Androgen- und Östrogen-Produktion zu einem funktionierenden Eisprung und Zyklus notwendig ist, ist dieses durch die erhöhte Produktion an Androgenen und LH gestört. Durch die regelmäßige LH-Erhöhung werden wiederum zu viele Östrogene produziert, was den Körper wieder dazu anregt, Androgene zu produzieren - es entsteht ein nicht endend wollender Kreislauf. Die Eibläschen reifen im Prinzip nie über das Stadium des 8.-12. Zyklustages heraus. Bei jeder Frau reifen jeden Monat zwar bis zu 20 Eibläschen am Eierstock, aber einige Tage vor dem Eisprung verkümmern i.d. Regel alle bis auf ein oder zwei, die dann auch springen und ihren Weg durch den Eileiter nehmen. Dieser Punkt wird bei PCO-Frauen gar nicht oder deutlich verzögert erreicht. Die Folge davon sind oft das Ausbleiben der Regelblutung und natürlich auch des Eisprungs. Auch wenn eine PCO-Frau ihre Menstruation regelmäßig bekommt, muss dieser kein Eisprung vorausgegangen sein, es kann sich auch um eine sogenannte “Abbruchblutung” handeln. Außerdem sind PCO Frauen oft stärker behaart (dies kommt durch die Androgene) als andere Frauen und können auch stärkere Akne haben.
Die Gründe für das PCO-Symptom sind noch nicht klar festgelegt. Es finden sich oft erblich bedingte Gründe, außerdem stellte man fest, dass übergewichtige Frauen eher ein PCO-Syndrom aufweisen bzw. das PCO-Syndrom stärker ausgeprägt ist, was sich von daher erklärt, dass die vermehrten Fettzellen mehr Östrogen produzieren und den Kreislauf aus Antrogen-Östrogen-Produktion noch verstärken. Neuere Erkenntnisse erkennen auch einen Zusammenhang zwischen PCO und der Insulinproduktion. So haben laut neuen Studien auffällig viele PCO-Frauen eine Insulinresistenz.
Therapie:
Das PCO-Symptom wird i.d. Regel durch eine Unterbrechung des Hormonkreislaufs behandelt, diese erfolgt durch Einnahme eines Hormonpräparats wie der Pille. Außerdem verabreichen viele Ärzte das eisprungförderne Mittel “Clomifen” oder andere Hormonpräparate in Form von Spritzen (bsp. FSH). Bei Frauen mit Insulinresistenz wird seit einigen Jahren das Diabetesmittel “Metformin” verabreicht. Eine operative Entfernung der Zysten - bzw. eine Zerstörung der Eizellen - wird nur selten angewandt, da sie recht drastisch und nur von kurzer Wirkung ist. Bei übergewichtigen Frauen wird zur Gewichtsreduktion geraten. Ebenso besteht wie bei allen u.g. Hormonstörungen die Möglichkeit einer IVF oder ICSI (siehe unter “Therapien”). Hierbei besteht für PCO-Frauen jedoch ein deutlich erhöhtes Risiko auf eine Überstimulation.
Zu beachten:
Da ich selbst vom PCO-Syndrom betroffen bin, habe ich mich eingehend damit beschäftigt. Was deutlich auffällt ist, dass sich die Ärzte noch weitgehend uneinig in Bezug auf PCO sind, was Gründe, Auswirkungen und Therapien betrifft. Fakt ist, dass es eine Menge Frauen gibt, bei denen sich das PCO-Syndrom bzw. die langen und unregelmäßigen Zyklen nach einer Weile von ganz alleine wieder eingependelt haben. Laut Aussage der Ärzte sollte der weibliche Zyklus nicht länger als 40 Tage sein, da die Eizelle dann angeblich zu alt ist, um noch befruchtet werden zu können. Allerdings kenne ich etliche Frauen, die auch in deutlich längeren Zyklen schwanger wurden und heute gesunde Kinder in den Armen halten dürfen (ich selbst bin in einem deutlich längeren Zyklus meiner Mutter entstanden!). Gerade im alternativ medizinischen Bereich kann man hier deutliche Besserungen erzielen. Außerdem zu beachten ist, dass eine auffällig hohe Anzahl von Frauen vor Einnahme der Anti-Baby-Pille kein PCO-Syndrom aufwiesen, nach der Pille jedoch schon. Bei den meisten dieser Frauen braucht der Zyklus eine ganze Weile, um sich wieder zu regulieren. Der Zusammenhang mit einer Insulinresistenz erscheint durchaus schlüssig, man sollte aber kein Metformin einnehmen, wenn eine IR nicht definitiv festgestellt wurde - manche Frauenärzte verabreichen dieses Medikament tatsächlich auch ohne dass eine IR vorliegt, was nicht ohne Risiken einhergeht. Gewichtsreduktion kann helfen, hilft aber meiner Erfahrung nach eher selten - ich habe bisher jedenfalls noch keine PCO-Frau kennengelernt, die abgenommen hat und dadurch schwanger wurde bzw. eine Besserung des Syndroms erzielen konnte. Außerdem gibt es durchaus auch normalgewichtige oder sogar dünne Frauen, die unter dem PCO-Syndrom leiten. Auch mit der Einnahme von Clomifen sollte man vorsichtig umgehen, weil es auch hier leicht zu einer Überstimulation kommen kann und man den Zyklus damit noch mehr durcheinander bringt. Außerdem wurde in einigen Studien herausgefunden, dass die “Nebenwirkungen” dieses Präparates durchaus über die auf dem Beipackzettel hinausgehen und selbst noch weibliche Nachkommen betreffen können (sprich: die Töchter der Frauen, die Clomifen eingenommen haben).
Gelbkörperschwäche
Das Gelbkörperhormon ist nach dem Eisprung dafür verantwortlich, dass sich die befruchtete Eizelle einnisten und reifen kann. Ist die Bildung dieses Hormons geschwächt, kann sich die Eizelle nur schlecht einnisten und eine Schwangerschaft bleibt nicht intakt bzw. entsteht gar nicht erst. Ein Gelbkörpermangel ist Folge einer geschwächten Follikelreifung, denn aus dem Eibläschen entsteht nach dem Eisprung der Gelbkörper. Die GKS äußert sich meist durch eine zu kurze zweite Zyklusphase. Manchmal ist auch das sogenannte “LUF-Syndrom”, bei dem die das Eibläschen die Eizelle nicht zum Sprung freigibt, ein Grund für die GKS. Jedoch ist das LUF-Syndrom meist nicht dauerhaft, d.h. es kann in einem Zyklus bestehen und im nächsten nicht, was auch dazu führt, dass man es nicht als einzigen Grund für eine GKS ansehen kann.
Therapie:
Unter anderem werden Medikamente verabreicht, welche die Eizellreifung unterstützen, wie zum beispiel Clomifen. Die Therapie kann jedoch auch etwas sanfter geführt werden, indem man nach dem Eisprung Gelbkörperhormone verabreicht (wie zum Beispiel Utrogest), um die Einnistung der Eizelle zu unterstützen.
Zu beachten:
Wie alle hormonellen Störungen ist auch die GKS von vielen Faktoren abhängig; so nicht nur von den anderen hormonellen Vorgängen im Körper, der Schilddrüsenfunktion usw., sondern auch von psychischen und seelischen Einflüssen (siehe unter “Psyche & Seele”).
Erhöhter Prolaktinspiegel
Prolaktin ist ein Hormon, das in der Hirnanhangsdrüse gebildet wird, und normalerweise vor allem in der Stillzeit produziert ist. Hier beeinflusst es die Milchbildung und verhindert in der Stillzeit meist den Eisprung (manchmal kommt es auch trotzdem dazu, deswegen ist es kein Verhütungsmittel). Ist der Prolaktinspiegel jedoch außerhalb der Stillzeit erhöht, hemmt er den Eisprung bzw. die Eizellreifung ebenso. Die betroffenen Frauen haben also meist keinen Eisprung. Manchmal kann man bei betroffenen Frauen auch Milchbildung in der Brust beobachten. Die Gründe für einen erhöhten Prolaktinspiegel sind mannigfaltig. Sie können von einer Fehlfunktion der Schilddrüse herrühren oder von anderen hormonellen Störungen oder aber von gutartigen Tumoren im Hirn, die auf die Hirnanhangsdrüse drücken (Prolaktinome). Prolaktin ist allerdings auch ein Stresshormon, ein erhöhter Prolaktinspiegel kann also auch seelische Ursachen haben.
Therapie:
Sollte der erhöhte Prolaktinspiegel nicht von einer Schilddrüsenfehlfunktion herrühren, behandelt man ihn mit sogenannten “Prolaktinhemmern”, die allerdings relativ starke Nebenwirkungen habe, welche jedoch meist nach einigen Tagen oder Wochen abklingen. Diese Therapie ist i.d. Regel eine Dauertherapie. Operationen sind selbst bei ausgedehnten Prolaktinomen nur sehr selten.
Schilddrüsenfehlfunktionen
Die Schilddrüse ist zwar nicht direkt für die Hormonproduktion verantwortlich, steht damit aber in Verbindung. Wenn eine Schilddrüsenunterfunktion vorliegt, wird mehr von dem schilddrüsenstimulierenden Hormon “TRH” ausgeschüttet, was leider eine Erhöhung der Prolaktionbildung oder des LH (eisprungauslösendes Hormon) mit sich zieht. Dies kann zu Störungen ähnlich der Prolaktionerhöhung oder des PCO führen. Auch Schilddrüsenüberfunktionen können sich auf den Hormonhaushalt auswirken, kommen aber seltener bei Frauen vor.
Therapie:
Es wird ein Schilddrüsenhormon, das sogenannte L-Thyroxin, verabreicht, was den Schilddrüsenhormonspiegel wieder normalisiert. Bei einer Überfunktion der Schilddrüse werden Thyreostatika verabreicht, welche die Produktion der Schilddrüsenhormone drosseln.
Störungen der Hirnanhangsdrüse
Der sogenannte “Hypothalamus” schüttet regelmäßig ein Hormon namens “GnRH” aus, welches die Hirnanhangsdrüse, die für die Hormonproduktion verantwortlich ist, dazu anregt, die zyklusbestimmenden Hormone “LH” (eisprungsauslösendes Hormon) und “FSH” (stimuliert die Follikelreifung) zu produzieren. Werden diese nicht mehr genügend produziert, gerät der Zyklus “aus den Fugen”. Gründe dafür können Stress oder psychische Probleme sein, aber auch Tumore, die auf die Hirnanhangsdrüse drücken. Auch ungesunde Essgewohnheiten oder Leistungssport können Gründe sein.
Therapie:
Zu allererst sollte man versuchen, die “störende” Situation wie Stress, Essgewohnheiten etc. zu ändern. Medikamentös besteht die Möglichkeit, dem Körper das Hormon “GnRH” als Spritze zuzufügen und somit die Hormonproduktion wieder in Gang zu bringen.
Vorzeitige Wechseljahre
Die meisten Frauen kommen erst weit nach ihrem 40. Lebensjahr in die sogenannte “Menopause”, in der die Eierstöcke ihre Funktion komplett einstellen. Allerdings geschieht es bei ca. 1% aller Frauen, dass diese Menopause (teils deutlich) vor dem 40. Lebensjahr eintritt. Meist ist dies nur vorrübergehend und die Eierstöcke erholen sich wieder und nehmen ihre Tätigkeit wieder auf. Die Gründe für diese verfrühte Menopause sind nicht bekannt. Es können genetische Ursachen vorliegen, aber manchmal kann man auch keinen wirklichen Grund finden. Es gibt keine Behandlung für diese Störung.
Wiederholte Fehlgeburten
Zwar kommt es bei Frauen mit wiederholten Fehlgeburten immer wieder zu Schwangerschaften, die jedoch nicht intakt bleiben- sie sind also nicht unfruchtbar, bleiben aber dennoch “kinderlos” - bzw. haben sie keine lebenden Kinder. Hierfür gibt es mannigfaltige Gründe - es können genetische Ursachen vorliegen, aber auch hormonelle Störungen wie GKS, PCO usw. werden dafür verantwortlich gemacht, weil sie mit der Eizellreifung und Einnistungen zu tun haben, was für eine intakte Schwangerschaft durchaus von Bedeutung sein kann. Ebenso können Myome, Verwachsungen, Infektionen usw. von Bedeutung sein.
Meist kann man für eine Fehlgeburt keinen definitiven Grund nennen. Eine oder zwei Fehlgeburten liegen auch durchaus noch im Rahmen des Üblichen. Jedoch steigt statistisch mit jeder Fehlgeburt das Risiko auf eine erneute Fehlgeburt.
Zu beachten:
Eine Fehlgeburt ist für eine Frau ein tragisches Erlebnis, das viel Trauer mit sich bringt. Gründe zu suchen ist müßig und meist ist auch die Angst eine erneute Fehlgeburt zu erleiden sehr groß, was sich ebenfalls auf das Risiko einer erneuten Fehlgeburt auswirken kann. Man kann fast nie einen defintiven Grund für eine Fehlgeburt finden, letztlich bleiben viele Diagnosen immer ein Stück weit spekulativ. Zwar gibt es Studien, die beispielsweise zeigen, dass PCO-Frauen eher eine Fehlgeburt erleiden als Frauen, die kein PCO haben - aber ob dies der Grund dafür ist, dass eine PCO-Frau eine Fehlgeburt erleidet, ist damit nicht gesagt.
Spermienqualität
Man schätzt, dass in etwa 50% der Fälle von Unfruchtbarkeit auch männliche Ursachen maßgeblich beteiligt sind, Meist liegt die Ursache in der Spermienqualität des Mannes, die nach Summe der Spermien, Beweglichkeit und Aussehen bewertet wird. Herausgefunden werden diese Werte durch ein sogenanntes “Spermiogramm”, welches in Kinderwunschpraxen oder beim Urologen gemacht wird. Dafür gibt der Mann eine Spermaprobe ab, die im Labor auf o.g. Kriterien untersucht wird.
Ein Normalbefund sieht vor, dass die Probe min. 20 Mio Spermien pro ml vorweisen sollte, hiervon sollten min. 50% beweglich sein, 75% lebendig und nicht mehr als 30% abnorm geformt. Außerdem werden auch noch Kriterien wie die Menge, der Ph-Wert und die Anzahl der Leukozyten. Alles, was sich unter diesen Werten bewegt, weist auf “eingeschränkte Zeugungsfähigkeit” hin. Sind alle drei Werte (Anzahl, Beweglichkeit, Morphologie) unter der Norm spricht man von sogenannten “OAT-Syndrom”, das je nach seiner “Schwere” in OAT 1,2 und 3 unterteilt wird. Wie der Name “Syndrom” jedoch sagt, handelt es sich nur um einen “Zustand”, der sich jederzeit ändern kann.
Gründe hierfür gibt es viele. Es können angeborene Ursachen sein, eine schlechte Spermienqualität kann aber auch durch eine Entzündung der Hoden durch eine Mumpserkrankung nach der Pubertät kommen, ebenso durch die Einnahme von Medikamenten, Umweltgifte oder starker Alkohol- oder Nikotingenuß.
Es gibt fast keine Therapien, die bei schlechten Spermiogrammen helfen, deswegen wird oft zu ICSI geraten.
Zu beachten:
Noch viel mehr als Hormonspiegel sind Spermiogramme Momentaufnahmen. Alleine der Stress, den ein Mann durch die Produktion - die durch Selbstpenetration herbeigeführt werden muss - erleidet, kann sich nachhaltig auf das Ergebnis auswirken - und schließlich weiß man(n) ja auch, dass er diese “Probe” nicht zum Vergnügen abgibt, sondern dass hier einiges auf dem Spiel steht. Zeugungsunfähig - oder eingeschränkt - zu sein bedeutet für einen Mann einen kleinen (oder großen) Weltuntergang, es verletzt seine Männlichkeit. Mehr hierzu in “Psyche & Seele”. Ebenso kann sich der Genuß von Alkohol, Kaffee usw. in den Tagen vor der Abgabe auf das Ergebnis auswirken. Ein Spermiogramm in stressigen Zeiten (privat wie beruflich) zu machen, ist ebenso nicht allzu sinnvoll. Außerdem sollte der Mann vorher nicht länger als 7 Tage keinen Samenerguss gehabt haben - denn die Spermien “altern” durchaus. Genauso schlecht ist es, wenn er innerhalb der letzten 3 Tage einen Samenerguß hatte - denn dann hat er - salopp gesagt - “sein Pulver bereits verschossen”, weil nicht genug Spermien nachproduziert werden können in dieser kurzen Zeit. Ein zweites Spermiogramm ist deswegen unbedingt zu empfehlen und selbst dann ist die Aussagekraft immer noch nicht so stark wie sie sein sollte (u.a. auch weil sich an manchen schlechten Bedingungen wie dem psyschischen Druck ja nichts ändert beim zweiten Mal!)
Wie man sieht, die Spermienproduktion ist eine difficile Sachen und man sollte nie vergessen, dass man nur EIN EINZIGES Spermium zum Erfolg braucht.
Sonstiges
Es gibt jedoch noch andere Ursachen für männliche Unfruchtbarkeit, die allerdings eher selten vorkommen.
Zum einen gibt es organische Ursachen wie verschlossene oder gar nicht vorhandene Samenleitern. Ein fehlendes Vorhandensein kann durch Krankheiten wie MS kommen. Verschlossene Samenleitern entstehen durch Entzündungen.
Sehr selten kommt es auch durch eine Zerstörung der Spermien durch Antikörper. Da diese bei Mann im Blut vorkommen, kann eine solche Zerstörung nur vorkommen, wenn z.B. der Samenleiter entzündet ist und sich an diesen Stellen Sperma mit Blut verbindet. Ein weitaus größeres Problem ist es, wenn das Sekret der Frau im Geärmutterhals Antikörper gegen die Spermien enthält - dann können diese nicht in die Gebärmutter eindringen, es kommt zu keiner Befruchtung.
Noch etwas grundsätzliches, was man bei allen Diagnosen beachten sollte
1.) Es gibt meines Wissens nach keine Studie, in der Paare auf Unfruchtbarkeit untersucht wurden, sobald sie die Verhütung abgesetzt haben, sprich: es ist unklar, ob die Paare, die schnell und mühelos Kinder bekommen haben, nicht auch Unfruchtbarkeitsdiagnosen gestellt bekommen hätten. Natürlich geht man davon aus, dass dies nicht so ist und bei Diagnosen wie verwachsenen Eileitern oder verschlossenen Samenleitern ist das höchstwahrscheinlich auch richtig. Ob eine Frau, die nach 2 Zyklen jedoch schon schwanger ist, nicht genauso einen “schlechten” Hormonspiegel und ihr Mann ein ebenso “schlechtes” Spermiogramm aufweisen würde wie viele andere, kann man nicht sagen.
2.) Hormonspiegel und Spermiogramme sind IMMER nur Momentaufnahmen und außerdem stark abhängig von äußeren UND inneren Einflüssen - dies sollte vor einer Behandlung aufgrund einer solchen Diagnose immer bedacht werden
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